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LATEX Befehle

Ende

Inhalt:

  1. Grundlegendes
  2. Textfluß
  3. Sonderzeichen
  4. Maßangaben
  5. Dokument- und Seitenstil
  6. Textformatierungen
  7. Mathematische Formeln
  8. Tabellen
  9. Zum Weiterlesen
  10. Download
Inhalt - Anfang

LATEX Befehle - eine kurze Einführung

verfaßt von Vera Körkel

Zum Ende

LATEX ist ein Textverarbeitungsprogramm, mit dem sich besonders mathematische Texte leicht umsetzen lassen. Im Gegensatz zu den Programmen unter Windows wie WinWord ist LATEX kein Wortprozessor, bei dem man in einem Menü die vorhandenen Optionen auswählt und auf dem Bildschirm sofort anzeigen läßt. Dadurch wären die Optionen erheblich stärker begrenzt und die Rechenzeiten bei wirklich langen Texten enorm. Bei LATEX ist die Textverarbeitung ein zweistufiger Prozeß; zuerst schreibt man in einem Editor den Text mit den Befehlen, die dann in einem Formatierungsprogramm umgesetzt werden. Anderen Programmen ist LATEX desweiteren darin überlegen, daß es für den Buchdruck geeignet ist, indem es Feinheiten kennt wie Ligaturen (die Buchstaben A und V hintereinander werden enger zusammengeschrieben als normalerweise) oder hinter dem Satzende einen zusä:tzlicher Freiraum einfügt, wodurch das Schriftbild verbessert wird.
Dies ist eine kleine Liste der wichtigsten LATEXbefehle, die als Kurzanleitung, Erinnerung oder Nachschlagewerk dienen soll.

Grundlegendes

Latex kann man z.B. hier herunterladen: Download.

Ein Dokument muß mindestens die folgenden Befehle enthalten:

\documentclass{Stiltyp} siehe auch Dokument- und Seitenstil
Eventuell weitere global wirkende Befehle und Erklärungen
\begin{document}
Text evtl. vermischt mit weiteren lokal wirkenden Befehlen
\end{document}
Ein leeres Beispieldokument, das man hier herunterladen kann, enthält im Vorspann einige Einstellungen, die speziell auf deutsche Standards ausgerichtet sind: Umlaute, DIN-A4 als Papierformat, ... Außerdem sind viele wichtige Pakete eingebunden, die weitere Optionen erlauben. Siehe dazu die Literaturempfehlungen.

Eine Übersicht der wichtigsten Mathebefehle kann als Mathematical Reference Card heruntergeladen werden.

Textfluß

Sonderzeichen

Die Umlaute können auch direkt getippt werden, also direkt ä statt "a, wenn die im leeren Beispieldokument verwendeten Paketen eingebunden werden.

Befehle

AUSGABE EINGABE
ä "a
ö "o
ü "u
ß "s oder \3
" ' ' (2 mal ')
# \#
$ \$
_ \_
\ \backslash
% \%
{ \{
} \}
\S
© \copyright
£ \pounds
Kreuz \dag
Doppelkreuz \ddag
æ {\ae}
Æ {\AE}
ø {\o}
Ø {\O}
umgedrehtes Fragezeichen ?'
umgedrehtes Ausrufezeichen !'
\P
ò \'o (rechtes Hochkomma)
ó \'o (linkes Hochkomma}
ô \^o
õ \~o
i ohne Punkt \i
o mit Punkt \.o
weiches g im Türkischen \u{g}
verbundene o's \t{oo}
õ \tilde{o}
ç \c{c}
ï \H{\i}

Sonstige Befehle: \dagger, \ddagger, \amalg, \uplus, \sqcap, \sqcup, \wr, \lhd, \rhd, \unlhd, \unrhd, oslash, \odot, \bigtriangleup, \bigtriangledown, \triangleleft, \triangleright, \ominus, \otimes

Die auf Buchstaben bezogenen Befehle können gleichermaßen für jeden anderen Buchstaben verwendet werden.

Griechische und sonstige fremdsprachige Buchstaben

LATEX-Version
Pi \Pi
pi \pi
psi \psi
omega \omega
Aleph \aleph
usw.

Mathematische Symbole

Die folgenden Befehle sind auch noch in der LATEX-Version sichtbar:
plusminus \pm
minusplus \mp
Malzeichen Kreuz \times
Malpunkt \cdot
Geteiltzeichen \div
* \ast
Stern \star
geschnitten mit \cap bzw. \bigcap
vereinigt mit \cup bzw. \bigcup
\ \setminus
Box \Box
schräg stehende Box \Diamond oder \diamond
kleiner Kreis \circ
kleiner ausgefüllter Kreis \bullet
großer Kreis \bigcirc
Kreis mit Punkt drin \odot bzw. \bigodot
direkte Summe \opuls bzw. \bigoplus
V \vee bzw. \bigvee
umgedrehtes V \wedge bzw. \bigwedge
Kleinergleich \le oder \leq
sehr viel kleiner als \ll
Teilmenge \subseteq
echte Teilmenge \subset
Teilmenge (eckig) \sqsubseteq
echte Teilmenge (eckig) \sqsubset
Element von \in
ist Beweis für \vdash
ist Modell für \models
größer gleich \ge oder \geq
sehr viel größer als \gg
Obermenge \supseteq
echte Obermenge \supset
Obermenge (eckig) \sqsupseteq
echte Obermenge (eckig) \sqsupset
ist Element in umgedreht \ni
usw.

Maßangaben

Neben den gewöhnlichen Angaben wie cm, mm, pt oder in (Inch) stehen noch die Angaben em und ex zur Verfügung, deren Größe von der momentanen Schriftart abhängt.
em
Breite des Gedankenstrichs
ex
Höhe des Buchstaben x

Elastische Maße, z.B. \setlength{\parskip}{1ex plus0.5ex minus0.2ex} gleichbedeutend mit \parskip1ex plus0.5ex minus0.2ex

Dokument- und Seitenstil

Der erste Befehl in einem LATEX-File legt i.allg. den globalen Bearbeitungsstil für das ganze Dokument fest. Die Syntax für diesen Befehl lautet:
\documentclass[optionen]{stil}
stil: book, report, article oder letter.
optionen: 11pt, 12 pt, twoside, twocolumn, titlepage, leqno (die Formelnummern in abgesetzten Formeln erscheinen linksbündig statt wie sonst rechtsbündig.), fleqn (abgesetzte Formeln werden nicht zentriert, sondern linksbündig mit einer wählbaren Einrücktiefe (z.B.:\mathindent2.5cm) ausgegeben.)

Beispiel: \documentclass[11pt, twoside, fleqn]{article}

Für deutschsprachige Texte ist wichtig, im Deklarationsteil den Befehl \usepackage{german} zu gebrauchen, wodurch LATEX das ß kennt und gewisse Gliederungsbefehle auf deutsch benutzt, z.B. Teil, Anhang, Kapitel usw.

Seitenstil

\pagestyle{stil}
stil: \thispagestyle{stil} bezieht sich nur auf die laufende Seite, z.B. \thispagestyle{empty} unterdrücht die Seitenzahl auf der aktuellen Seite.

Querformat und Drehen von Textteilen

Das ist leider etwas komplizierter, weil sich dabei das Papierformat ändert.

Seitenzahlen

\pagenumbering{num_stil}
num_stil: arabic (Standard) , roman, Roman, alph, Alph

Zeilen- und Absatzabstände

\baselineskip (Abstand zwischen zwei Zeilen eines Absatzes, diese Erklärung wirkt nur im Textteil.)
\parskip (Abstand zwischen zwei Absätzen, z.B. \parskip1.5ex)
\parindent (Betrag um den die jeweils erste Zeile eines Absatzes eingerückt wird.)
Die Befehle können im Vorspann (Ausnahme \baselineskip) oder an beliebiger Stelle im Dokument verwendet werden.

Seitendeklarationen

\oddsidemargin (linker Rand allgemein bzw. für ungerade Seiten bei twoside und book)
\evensidemargin (linker Rand für gerade Seiten (wirksam nur bei twoside und book))
\topmargin (oberer Rand bis Oberkante Kopfzeile)
\headheight (Höhe der Kopfzeile)
\headsep (Abstand Unterkante Kopf bis Oberkante Rumpf (body))
\topskip (Abstand Oberkante Rumpf bis zur Grundlinie der ersten Zeile)
\textheight (Gesamthöhe für den Seitentext)
\textwidth (Textbreite)
\footheight (Höhe der Fußzeile)
\footskip (Abstand Unterkante Rumpf bis Unterkante Fußzeile)
Diese Befehle sollten nur im Vorspann geändert werden.

Beispiel: \textwidth12.5cm

Ein- und zweispaltige Seiten

\twocolumn[text] (beendet die laufende Seite und beginnt eine neue zweispaltge Seite. Der optionale text wird am Beginn der Seite über die gesamte Seitenbreite geschrieben.)
\onecolumn (beendet die laufende zweispaltige Seite und beginnt eine neue einspaltige Seite.)

Titelseite

eine Titelseite kann mit der Umgebung
\begin{titlepage} Text der Titelseite \end{titlepage}
frei oder mit den Befehlen
\title{Titelüberschrift}
\author{Autorennamen und ggf. Anschriften}
\date{Datumtext}
(optional)
in einem von LATEX vorgegebenen Format gestaltet werden.

Beispiel:
\author{Autor1\\Institut1\\Adresse1 \and Author2\\Institut2\\Adresse2}

Die Autorenangabe kann mit der Leerform \author{} unterdrückt werden.
Ohne den Befehl \date erscheint automatisch das aktuelle Datum. Mit dem Befehl kann dies auf ein festes Datum verändert werden. Das Datum wird wieder mit der Leerangabe unterdrückt.
Ausdruck der Titleseite erfolgt mit

\maketitle
Nur bei book und report stehen die Titelangaben auf einer eigenen Seite. Bei article sind die Angaben lediglich zentriert vor Beginn des Textes. Wird für article die Dokumentstiloption [titlepage] verwendet, so wird auch für diesen Stil eine eigene Titelseite erzeugt.
Weitere Befehle: \thanks{Fußnotentext}

Abstrakt - Zusammenfassung

\begin{abstract} Text des Abstrakts \end{abstract}

Fortlaufende Untergliederung

\part, \chapter (beim Dokumentstil book und report erste Untergliederung, für article nicht möglich), \section, \subsection, \subsubsection, \paragraph, \subparagraph.
Diese Befehle, ausser \part bauen eine Gleiderungshierarchie auf.
Syntax:
\gliederungs_befehl[kurzform]{überschrift}
(mit Nummer, [kurzform] ist optional für die Überschrift oder Kopfzeile) oder
\gliederungs_befehl*{überschrift}
(ohne Nummer, ohne Eintrag im Inhaltsverzeichnis, siehe auch Inhaltsverzeichnis)
\setcounter{secnumdepth}{num} (ändert den Grad, bis zu dem eine Bezifferung erfolgt (num liegt zwischen -1 (chapter) bis 5 (subparagraph))
\setcounter{gliederungs_name}{num} (läßt die Numerierung bei einem von 1 abweichenden Wert beginnen., z.B. \setcounter{chapter}{3})

Anhang

\begin{appendix} Text \end{appendix} (Bezifferung beginnt von vorne und mit Buchstaben)

Inhaltsverzeichnis und andere Verzeichnisse

Das Inhaltsverzeichnis wird angezeigt und ausgedruckt mit dem Befehl \tableofcontents. Der Inhalt wird bei dem Bearbeiten des Textfiles mit LATEX in ein .toc-File gespeichert und erst bei einem zweiten Aufruf ausgedruckt. Das Inhaltsverzeichnis ist also immer eine Bearbeitungsstufe hinter dem restlichen Text zurück. Der endgülgtige Text sollte also zweimal mit LATEX gelesen werden.
\setcounter{tocdepth}{num}
(bestimmt die Tiefe, bis zu der ein Eintrag ins Inhaltsverzeichnis erfolgen soll.)
\addcontentsline{toc}{glied_name}{Eintragtext}
(fügt zusätzlichen Text ins Inhaltsverzeichnis ein, glied_name bestimmt, in welchem Format der zusätzliche Eintrag erscheinen soll. (z.B. section))
\addtocontents{toc}{Eintragtext}
(gestattet einen beliebigen Eintrag ins Inhaltsverzeichnis, z.B. \newpage)

Weitere Verzeichnisse:
\listoffigures
erzeugt und liest ein .lof-File
\listoftables
erzeugt und liest ein .lot-File.

Zusätzliche Eintragungen erfolgen analog zu denen im Inhaltsverzeichnis. Als glied_name steht figure für das Bildverzeichnis und table für das Tabellenverzeichnis zur Verfügung.

Formatierungshilfen

LATEX fügt hinter einem Punkt zusätzlichen Zwischenraum ein. Durch ein \ vor dem Leerzeichen wird dies verhindert, z.B. bei Abkürzungen, i.\ allg.. Eine Tilde ~ anstelle des Leerzeichens bewirkt das gleiche und verhindert zusätzlich noch einen Zeilenumbruch, z.B. bei Dr.~Matzat.
Ein Punkt hinter einem Großbuchstaben wird nicht als Satzende interpretiert, weil dies ungewöhnlich ist. Soll er trotzdem als solches formatiert werden, muß man vor ihm \@ einfügen.
\frenchspacing schaltet den zusätzlichen Abstand aus, bis der Befehl \nonfrenchspacing erscheint.
\/ (Backslash Schrägstrich) schaltet die sogenannte Italickorrektur ein, so daß bei Umschalten von geneigter auf normale Schrift ein zusätzlicher Zwischenraum eingefügt wird.

zusätzliche Zwischenräume

\hspace{abstand}
(horizontaler Abstand)
\hspace*{abstand}
(fügt auch dann Abstand ein, wenn an dieser Stelle gerade ein Zeilenumbruch stattfindet oder wenn der Text am Beginn einer Zeile steht.)
\hfill oder \hspace{\fill}
(fügt so viel Zwischenraum ein, daß die laufende Zeile links- und rechtsbündig abschließt. Mehrfaches Auftreten innerhalb einer Zeile teilt die Zeile in gleich große Stücke)
\quad
(Zwischenraum in der Größe des augenblicklichen Zeichensatzes)
\qquad
(doppelter Zwischenraum)
\dotfill
(wie \hfill, nur wird der Zwischenraum mit Punkten gefüllt)
\hrulefill
(ebenso, gefüllt mit einem durchgezogenen Unterstrich)
\vspace{abstand}
(erzeugt für einzelne Absätze vertikalen Zwischenraum)
\vspace*{abstand}
(fügt den Zwischenraum auch ein, wenn an dieser Stelle ein Seitenwechsel stattfindet)
\vfilloder \vspace{\fill}
(fügt so viel Zwischenraum ein, daß die Seite oben und unten bündig ist.)
\bigskip, \medskip, \smallskip
(vergrößern Absatzabstände)
\noindent
(bei dem unmittelbar folgenden Absatz ist die erste Zeile nicht eingerückt (wie sie durch \parindent wäre))
\indent
(rückt im folgenden Absatz die erste Zeile ein)

Trennhilfen

LATEX trennt am Zeilenende automatisch, wenn dies vonnöten ist - leider auch gerne falsch. Mit \- kann ein Vorschlag zur besseren Trennung in den Text eingebunden werden. Dann wird das Wort auf keinen Fall an einer anderen Stelle getrennt, sinnvoll z.B. bei Ur\-instinkt. Mit mehreren \- in einem Wort wird die Trennung an verschiedenen Stellen des Wortes ermöglicht.
Kommt ein fehlerhaft getrenntes Wort mehrmals im Text vor, so kann es im Vorspann in die Trennungliste des Befehls
\hyphenation{Trennungsliste}
aufgenommen werden. (leider nur solche ohne Sonderzeichen, insbesondere also auch nur ohne Umlaute)

Beispiel: \hyphenation{Zei-chen-kom-bi-na-tion Trenn-striche Ur-instinkt}

Trennungen können vermieden werden, indem man größere Wortabstände erlaubt. Dies kann geschehen durch eine Umgebung mit \begin{sloppypar} Absatz \end{sloppypar} oder im Vorspann durch \sloppy . Rückgängig wird dies für eine Umgebung mit \begin{fussypar} Absatz \end{fussypar} oder für die laufende Umgebung mit \fussy.

Textformatierungen

Eine Textformatierung ist so lange gültig, bis sie durch eine andere aufgehoben wird. Die Hervorhebung kurzer Textteile erfolgt durch eine Umgebung aus Klammerpaaren:
Die {\em Hervorhebung} kurzer Textteile...

\em
Hervorheben
\rm
Roman, Standardschrift
\bf
Bold Face
\tt
Typewriter
\it
Italic
\sl
slanted (etwas weniger schief als Italic)
\sc
KAPITÄLCHEN
\sf
Sans Serif
Hoch- und Tiefstellung von Zeichen:
Hochstellung: für ein Zeichen mit x^2, für mehrere Zeichen mit x^{2n}
Tiefstellung: für ein Zeichen mit a_n, für mehrere Zeichen mit a_{n+1} (nur im mathematischen Modus)

\tiny winzig
\scriptsize sehr klein
\footnotesize Fußnote
\small klein
\normalsize normal
\large groß
\Large größer
\LARGE noch größer
\huge riesig
\Huge gigantisch

Textverschiebungen

Aufzählungen:


Die Einträge werden durch \item erzeugt. Bei der Definitionsliste steht die Definition selbst in eckigen Klammern: \item[it] italic
Die Markierungen bei den itemize und enumerate Umgebungen können durch Verwendung eines optionalen Parameters beim \item Parameter geändert werden, z.B. \item[+]

Literaturverzeichnis

Ein Literaturverzeichnis wird erzeugt durch \begin{thebibliography}{mustermarke} Eintragungen \end{thebibliography}.
Die einzelnen Eintragungen beginnen jeweils mit dem Befehl \bibitem[marke]{bezug} Eintragtext Ohne den optionalen Parameter marke erzeugt \bibitem als Markierung eine laufende Nummer in eckigen Klammern. Mit marke kann stattdessen eine vom Benutzer vorgenommene Markierung gewählt werden. Der zwingende Parameterbezug ist ein Bezugswort, das im Literaturverzeichnis nicht erscheint, sondern bei dessen Verwendung im Text die zugehörige Markierun des Literaturverzeichnisses erscheint. (darf kein Komma enthalten)
Der Bezug im Text wird durch den Befehl \dite{bezug} hergestellt.

Regelsätze (Satz, Axiom, Lemma usw.)

Alle Strukturen müssen, am besten im Vorspann, zuerst eingeführt werden. Dies geschieht mit
\newtheorem{strukt_name}{strukt_begriff}[zusatz_zähler]
Hierin ist strukt_name ein beliebiger vom Benutzer zu wählender Name, mit dem die Struktur aufgerufen und fortlaufend numeriert wird.strukt_begriff ist das Wort, das in Fettdruck, gefolgt von der laufenden Nummer, erscheint (z.B. Satz). Der optionale Parameter zusatz_zähler ermöglicht es, die Numerierung innerhalb eines Gliederungsbereichs jeweils neu zu beginnen und mit der Gliederungsnummer zu versehen, z.B. chapter, es erscheint Axiom 4.1 usw.
Aufgerufen und fortlaufend numeriert wird die Struktur mit \begin{strukt_name}[zusatz] text \end{strukt_name}

Beispiel:
\newtheorem{satz}{Satz}
.........
\begin{satz}[Bolzano-Weierstraß] Jede beschränkte unendliche Punktmenge... \end{satz}

liefert
Satz 1 (Bolzano-Weierstraß) Jede beschränkte unendliche Punktmenge...

Tabulatoren

Tabulatoren können in einer tabbing-Umgebung gesetzt werden:
\begin{tabbing} text \end{tabbing}
Darin werden die Tabulatoren mit dem Befehl \= an beliebiger Stelle gesetzt. Am besten geschieht dies in der ersten Zeile der Umgebung. Ein Zeilenumbruch erfolgt mit \\. Zu den Tabstops bewegt man sich mit dem Befehl \>. Es ist ratsam in einer sogenannten Musterzeile, die nicht ausgedruckt wird, zuerst alle Tabulatoren zu setzen. Eine solche Musterzeile muß mit \kill beendet werden.

Beispiel:
\hspace*{3cm}\=Musterspalte \=\hspace{4cm}\= \kill
Zum \> ersten, \> zweiten und \> dritten Tabstop.

Der \hspace Befehl am Anfang einer Musterzeile muß in der *Form erfolgen, da bei der Standardform Leerraum am Beginn der Zeile unterdrückt wird. (siehe zusätzliche Zwischenräume)
Mit dem Befehl \+ fängt der Text dauerhaft mit jeder neuen Zeile einen Tapstop weiter rechts an. Analog gilt \-, das jedoch nicht vor den Zeilenrand verschieben kann.
Tabulatorstops können in jeder Zeile mit \=neu gesetzt werden. Befindet man sich hinter dem letzten Tabstop wird der neue zusätzlich hinzugefügt. Andernfalls wird der jeweils nächste Tabstop ersetzt.
Will man später wieder zu dem alten System von Tabulatoren zurückkehren, kann man diese mit \pushtabs speicherenund gleichzeitig löschen. Später können sie mit \pbptabs wieder zurückgewonnen werden.
Mit dem Befehl ltext\' rtext (nach links zeigendes Hochkomma) wird ltext mit einem kleinen Abstand vor dem augenblicklichen Tabstop bzw. dem linken Rand angeordnet, und rtext beginnt beim augenblicklichen Tabstop.
Durch den Befehl \'text (nach rechtszeigendes Hochkomma) wird text rechtsbündig zum rechten Rand der ganzen Umgebung angeordnet. Nach diesem Befehl darf in der augenblicklichen Zeile kein weiterer \> oder \= Befehl mehr auftreten.
Mit all diesen Befehle werden außerhalb der tabbing-Umgebung Akzente gesetzt. Sollen solche Akzente innerhalb der tabbing-Umgebung auftreten, so kann das z.B. mit den Befehlen \a= oder \a' geschehen, z.B. \a'o erzeugt ò.

Fußnoten

Fußnoten werden erzeugt mit dem Befehl
\footnote{fußnotentext}

Mathematische Formeln

In mathematischen Formeln ist es möglich, auf einfachere Weise selbst komplizierte mathematische Ausdrücke darzustellen. Außerdem erscheinen sie in einer weltweiten Standardform, in der z.B. Variablen kursiv geschrieben werden und Zeichenabstände festgelegt sind. Deswegen ist es bei der Eingabe gleichgügltig, ob man Leerzeichen tippt oder wegläßt.
Mathematische Formeln können innerhalb von Textzeilen auftreten wie (a + b)2 = a2 + 2ab + b2, als sog. Textformeln, oder sie sollen vom Text abgesetzt erscheinen, als sog. abgesetzt Formeln:
(a + b)2 = a2 + 2ab + b2
Textformeln werden entstehen durch die Umgebung \begin{math} formeltext \end{math} oder abgekürzt durch \( formeltext \) oder $formeltext$.
Abgesetzt Formeln werden erzeugt durch die Umgebungen
\begin{displaymath} formeltext \end{displaymath}
(abgekürzt mit \[ formeltext \]oder \begin{equation} formeltext \end{equation}
Bei der letzten Möglichkeit erfolgt eine automatische Numerierung der Formeln.
Zur Erzeugung von Formelgruppen stehen außerdem die Umgebungen
\begin{eqnarray } formeltext \end{eqnarray } (mit Formelnummern) und \begin{eqnarray*} formeltext \end{eqnarray*} (ohne Formelnummer)
zur Verfügung.
Mathematische Sonderzeichen und griechische Buchstabensind unter Sonderzeichen aufgeführt.
Die meisten Befehle, die im Folgenden aufgeführt sind, gelten nur im mathematischen Modus.

Tabellen


Tabellen werden erzeugt mit der Umgebung tabular. In der Umgebung werden die einzelnen Tabellenzeilen durch \\ und die einzelnen Zellen in einer Zeile durch & getrennt:

\begin{tabular}{Ausrichtungen}
Zelle11 & Zelle12 & Zelle13 \\
Zelle21 & Zelle22 & Zelle23 \\
...
\end{tabular}

Als Ausrichtungsparameter stehen die folgenden Optionen zur Verfügung:

l linksbündig
c zentriert
r rechtsbündig
p{3cm} eine 3 cm breite Spalte, in der Zeilenumbrüche erfolgen
m{3cm} wie p{3cm} nur vertikal zentriert
b{3cm} wie p{3cm} nur mit anderen Zellen unten gleichmäßig abschließend
@{Ausdruck} schreibt Ausdruck zwischen die Zellen in jeder Zeile
*{4}{l} bewirkt das gleiche wie llll, analog auch mit anderen Parametern
| erzeugt vertikale Linien zwischen den Spalten

Um Linien zwischen den Tabellenzeilen einzufügen, dient der Befehl \hline am Ende einer Zeile. In einer Zeile können mit dem Befehl multicolumn mehrere Zellen zu einer großen zusammengefasst werden: \multicolumn{3}{l}{eine breite Zelle}

Das war etwas viel, ich hoffe, das folgende Beispiel hilft zum Verständnis:

\begin{tabular}{|r@{-}|p{6cm}|l|}\hline
1. & Der mittlere Absatz ist genau 6 cm breit. & Diese Spalte kann beliebig breit werden.\\ \hline
2. & Der mittlere Absatz bleibt so breit, auch wenn der Text zu lang ist. & Diese Spalte nicht.\\ \hline
\multicolumn{3}{|l|}{Diese Zeile geht ueber alle drei Spalten.}\\ \hline
\end{tabular}

Zum Weiterlesen

Download von LaTeX

Für Linux: teTeX oder TeXLive
Für Mac OS: MacTex
Für Windows: TeXLive
Außerdem benötigt man einen geeigneten Editor. Linux enthät meist in der Installation schon gute Editoren wie Emacs. Für Windows empfehle ich z.B. WinEdt.

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